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Was ist eigentlich Resilienz?


 

Resilienz – dieser Begriff taucht immer häufiger in den Medien auf. Was aber ist eigentlich genau damit gemeint?


In Bezug auf die menschliche Psyche bedeutet Resilienz die psychische Widerstandsfähigkeit, also die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen, Krisen oder Traumata ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. Somit bedeutet Resilienz, die innere Stärke, sich von Rückschlägen oder negativen Ereignissen zu erholen und optimistisch zu bleiben. Seine Resilienz zu stärken ist somit ein wichtiger Baustein für unser psychisches Wohlbefinden.

 

Wie entsteht Resilienz?

 

Die Fähigkeit zur Resilienz entwickelt sich in einem Interaktionsprozess zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Somit ist sie nicht angeboren und kann erlernt werden. Es gibt zwar eine gewisse genetische Veranlagung zu Resilienz, sie wird jedoch von der Art und Weise, wie wir aufwachsen, erzogen werden und von dem, was wir erleben, sehr geprägt. Einige Faktoren der Resilienz lassen sich noch im Erwachsenenalter erlernen und trainieren. Somit ist es sinnvoll, sich mit den 7 Säulen der Resilienz zu beschäftigen, um herausfordernde Zeiten, Krisen und Stress gut überstehen zu können.

Frühzeitige Prävention kann dabei helfen, geeignete Strategien im Umgang mit ungünstigen Lebensumständen zu entwickeln. Eine gestärkte Resilienz kann dabei unterstützen, besser mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen und so das Risiko für Depression und Burnout zu vermindern.

 

Die 7 Säulen der RESILIENZ

 

Das 7-Säulenmodell der Resilienz stammt von der Psychologin Ursula Nuber. Diese sieben Faktoren unterstützen uns dabei, widerstandsfähiger gegen Herausforderungen und Krisen zu werden.

 

1. Akzeptanz

Hier geht es darum, dass Krisen akzeptiert werden. Mit der Akzeptanz ist erst eine Bewegung möglich – weg vom Problem oder hin zu einer Lösung – welche als Lösungsorientierung in diesem Modell auch vorhanden ist.


2. Realistischer Optimismus

Erfolge können sich selbst und den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben werden, während Misserfolge eher als zufällig und unabhängig der eigenen Person eingeschätzt werden. Dieses Mindset wird als „positiver Attributionsstil“ beschrieben, der ein aktives Bewältigungsverhalten ermöglicht.

 

3. Lösungsorientierung

Die dritte Säule des Resilienz Modells ist die Lösungsorientierung. Im Wesentlichen geht es darum, dass im Krisenerleben der Fokus eher auf Vermeidung steht und eine Richtung „weg von dem Problem“ verfolgt wird. Die Lösungsorientierung ergänzt dies um eine Ausrichtung „zur Lösung hin“. Lösungsorientierung ist somit eine Haltung bei der man sich von „das Problem ist“ zu „mögliche Lösungen könnten sein“ bewegt.

 

4. Selbstwirksamkeit/Opferrolle verlassen

Häufig werden Krisen so erlebt, dass etwas oder jemand anderes der Täter ist und man selbst das arme Opfer. Erinnert man sich hier an die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten, gewinnt man so wieder Zugang zur eigenen Handlungsfähigkeit. Man rettet sich sozusagen selbst und kommt von sich aus ins Tun. Das Bewusstmachen der eigenen Stärken und Fähigkeiten trägt dazu bei, dass die eigene Selbstwirksamkeit verbessert wird. Stressoren werden so lediglich als Herausforderung, anstatt als Bedrohung angesehen. Die Basis hierfür ist das Vertrauen, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können.

 

5. Verantwortung

In Verantwortung steckt das Bewusstsein, dass man selbst für bestimmte Dinge zuständig ist und, dass man diese selbst verändern und beeinflussen kann. Das bedeutet, Verantwortung für das eigene Leben und Handeln übernehmen und sich nicht als passives Opfer sehen

 

6. Netzwerkorientierung/enge Bindungen

Das Gefühl der Zugehörigkeit und des Vertrauens in die Verbundenheit zu anderen ist ein urmenschliches Bedürfnis. Es beruhigt, gibt Sicherheit und senkt den Stresslevel. Die soziale Unterstützung schützt die psychische und physische Gesundheit bei Krisen. In mindestens drei Bereichen (Familie, Arbeit, Nachbarn und Freunde) sollte es Bezugspersonen geben, die da sind, wenn man Hilfe braucht.

 

7. Zukunftsorientierung

Einen Teil der Zukunft kann man planen, dem unplanbaren Teil gilt es anzunehmen. Es ist wichtig, sich Ziele setzen und einen Plan für die Zukunft zu entwickeln, auch wenn Teile der Zukunft unsicher sind. Dabei ist es wichtig, im Hier und Jetzt zu leben. Denn diese Achtsamkeit auf die Gegenwart gibt Bodenhaftung und schafft eine Basis für einen realistischen Optimismus.

 

Die Resilienz ist somit das „Immunsystem unserer Seele“, welches uns dabei unterstützt mit Belastungen umzugehen, ohne seelisch krank zu werden. Sie ermöglicht es uns, Krisen und Rückschläge zu bewältigen, uns von schwierigen Lebenssituationen zu erholen und gestärkt daraus hervorzugehen. Eine hohe Resilienz hilft uns dabei, unsere psychische Gesundheit zu erhalten und Stress besser zu verarbeiten. So wird auch die körperliche Gesundheit gefördert und Herausforderungen werden als Chancen zum persönlichen Wachstum gesehen.

 
 
 

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